Verrückt, kalt und stürmig – unsere Exkursion an die FSU Jena

Am 21.10.2021 fuhren wir, der Jahrgang A23 des Melissantes Gymnasium Arnstadt, gemeinsam mit unseren Stammkursleitern Frau Hellmuth und Frau Schenk-Helms sowie Herrn Engelbrecher an die Universität nach Jena. Bereits am Vortag stand unsere Exkursion unter keinem guten Stern. „Quarantäne” für ein Drittel des Jahrgangs und „Unwetterwarnung” für ganz Thüringen waren die Worte, die an diesem Tag nicht nur einmal fielen. Dennoch trafen wir uns am Morgen des 21. Oktober um 7:50 Uhr hochmotiviert am Hauptbahnhof Arnstadt.
Leider aber spielte uns das Wetter an diesem Tag nicht in die Karten, und es sollte nicht bei dem einen Problem bleiben, denn auch unser Zug hatte Verspätung, weshalb wir erst gegen zehn Uhr an unserem Ziel ankamen. Im Hauptgebäude der Universität Jena wurden wir von Lydia, einer Lehramtsstudentin für Geografie und Englisch im neunten Semester, empfangen. Sie führte uns in einen traditionellen Hörsaal, in dem wir einen Vortrag zur Studienorientierung im Vorlesungsstil erhielten. Dabei erklärte uns Lydia zunächst, welche Fragen wir uns stellen sollten, bevor wir studieren gehen. Ist das Studium überhaupt etwas für mich? Benötige ich für meinen Traumberuf ein Studium? Worin liegen meine Stärken? Möchte ich gerne in der Umgebung studieren oder wäre ich sogar offen für ein Auslandsstudium?

Danach lernten wir ihre heimische Uni etwas näher kennen. Sie sprach über die vielen Fachbereiche und Studienangebote, die die Jenaer Universität hat, sowie die Vorzüge des Studentenlebens. Was bei dem Ganzen auch nicht fehlen durfte waren Bewerbung bzw. Einschreibung. Dadurch konnte sie uns gleich die Angst nehmen, dass ein Großteil vom NC (Nummerus Clausus) abhängig ist. Es gäbe auch viele Studiengänge, bei denen man sich einschreibt und dann “losstudiert”. Zudem klärte sie uns auf, dass es für einige Studiengänge auch Vorprüfungen gebe, wie z.B. den Medizinertest oder andere Eignungsprüfungen. Auch Vorpraktika, z.B für das Lehramtsstudium, sind teilweise Voraussetzung.  Zum Ende ihres Vortrags legte Lydia nochmal Wert darauf, uns über das ganze “Drum herum” aufzuklären. Hierbei ging sie auf die Finanzierung eines Studiums, Wohnsituationen, Essensversorgung, aber auch auf Freunde und Kommilitonen, die man in dieser Zeit kennenlernen wird, ein.

Nach erfolgreichem Abschluss unserer ersten “Vorlesung” machten wir uns auf den Weg, unter Lydias Leitung die Stadt zu erkunden. Doch auch hier machte uns das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung, sodass wir nur vor wenigen Campusgebäuden wie dem Hauptgebäude, der Bibliothek und der Mensa halt machen konnten. In einer der Mensen, welche zum Campus gehört, nahmen wir dann ein warmes Mittagessen zu uns und wärmten uns auf, bevor es im Sturm zurück zum Zug ging. Ab hier begann das Chaos. Durch das heraufgezogene Unwetter fuhr kein Zug mehr in nächster Zeit zum Bahnhof nach Erfurt. Aber dass wir später noch in Rudolstadt stranden würden, hatte bis dahin keiner gewusst …

Angekommen am Bahnhof Jena West mussten wir erst einmal eine Stunde warten, bis wir erfuhren, dass dieser bis auf Weiteres nicht angefahren wird. Also machten wir uns auf zum nächsten Bahnhof “Jena Paradies”, in der Hoffnung, von dort aus Arnstadt zu erreichen. Im Zug erhielten wir dann die nächste Hiobsbotschaft, dass bis auf Weiteres kein Zug nach Erfurt fährt und somit auch nicht nach Arnstadt. Nahe der Verzweiflung strandeten wir in Rudolstadt, wo wir noch nicht wussten, wie es weiter geht. Nach dem “Kükenzählen” stellten wir fest, dass eine Lehrerin fehlte, welche im Laufe des Geschehens zum Glück mit einem lächelnden Gesicht wieder auftauchte. Währenddessen telefonierten die Schüler und Lehrer, um gemeinsam Lösungen zur “Weiterfahrt” zu organisieren. Zahlreiche Eltern, Freunde und Verwandte erklärten sich bereit, die Schülergruppen abzuholen, so dass nach 30 Minuten die ersten Fahrzeuge eintrafen. Um es mit Herr Engelbrechers dankenden Worten zu zitieren: “Ein solches Engagement ist nicht selbstverständlich.” Mit eineinhalb Stunden Verspätung kamen wir alle gesund und munter wieder zu Hause an. Ich bin mir sicher, dass uns diese Exkursion nicht nur in guter Erinnerung bleiben wird, sondern auch näher zusammengeschweißt hat.

Kathleen Gottwald, Schülerin A23