Verabschiedungen in den Ruhestand

Am Ende des Schuljahres sind es nicht nur die Abiturienten, die uns verlassen, sondern auch Kollegen, die in ihren verdienten Ruhestand wechseln. Dieses Jahr waren es Frau Eckardt und Frau Kleiber, die mit ihrer engagierten, pädagogischen Arbeit stets einen wichtigen Beitrag für unsere Schule geleistet haben. 

Für ein kurzes Interview konnten wir Frau Sieglinde Kleiber gewinnen, die uns damit am Ende ihrer schulischen Laufbahn noch mal spannende Einblicke über das Lehrerdasein, Veränderung und Zukunft gewähren konnte. 

Frau Kleiber begann 1980 als Lehrerin in Gera, bevor sie 1982 nach Arnstadt zog und hier an verscheudenen Schulen unterrichtete. Mit der Zusammenlegung der ehemaligen Gymnasien “Herder” und “Neideck” 2007 kam Frau Kleiber, die an unserer Schule auch Klassen und Stammkurse führte und jahrelang den Schulchor bis 2019 leitete, an unsere Einrichtung.


Frau Kleiber – warum wollten Sie Lehrerin werden?
Weil ich einen Beruf suchte, der mit Musik und mit Kindern zu tun hatte.

Welche Fächer hätten Sie außer Ihren Fächern gern unterrichtet?
Sport und Geschichte. Als Jugendliche war ich sehr sportlich und habe an vielen Wettkämpfen teilgenommen. Und Geschichte interessierte mich auch im Zusammenhang mit Musik. Leider konnte man die Fachkombination Musik und Sport zu DDR-Zeiten nicht studieren, und auch Musik in Kombination mit Geschichte gab es nur an ganz wenigen Hochschulen.

Was hat sich im Laufe Ihres Lehrerlebens am meisten geändert?
Dass die Arbeit mit der Klasse oder dem Stammkurs immer mehr von vielen organisatorischen Dingen und von neuen Bestimmungen beeinflusst wurde, die Unternehmungen nicht leichter machten. Natürlich änderte auch die zunehmende Digitalisierung die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts erheblich. Übrigens hätte ich nie gedacht, dass auch im 21.Jahrhundert Kreide und Tafel noch existieren würden …

Welche Eigenschaft zeichnet einen guten Lehrer für Sie aus?
Eine einzelne Eigenschaft kann man da nicht nennen. Ein guter Lehrer sollte über viele Eigenschaften verfügen, z.B. über Durchsetzungsvermögen und Verständnis.

Was haben Sie besonders gern als Lehrerin gemacht?
In erster Linie meinen Unterricht, aber auch die vielen Unternehmungen mit meinen Klassen oder Kursen. Und natürlich auch die Arbeit mit dem Chor, die zwar anstrengend war, aber dann auch viele positive Erlebnisse in Konzerten oder Chorfahrten mit sich brachte.

Was haben Sie Ihren Abiturienten gesagt, bevor Sie sie in das Leben entlassen haben?
Natürlich habe ich als Deutschlehrer mit einem Zitat geendet. Ich habe Albert Einstein zitiert:
 „Das Leben ist wie Radfahren. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man immer in Bewegung bleiben.”

Welches Ereignis werden Sie nie vergessen?
Das kann ich so nicht sagen. Es gibt immer Ereignisse, die man nicht vergessen wird. Aber ich habe auch nicht gedacht, dass mein letztes Lehrerjahr so enden wird. Da hat mir Corona schon etwas Unvergessliches beschert.  Auch mein letzter Abiturjahrgang A20.2 wird mir natürlich in besonders guter Erinnerung bleiben, da ich die Schüler 8 Jahre als Klassen-/Kursleiter begleitet habe.

Was wünschen Sie Ihren Kollegen und Kolleginnen für ihre Zukunft?
Ich wünsche Ihnen, dass sie von allen Seiten mehr Verständnis für unseren schönen, aber manchmal auch schweren Beruf bekommen. Ich wünsche Ihnen Kraft, Mut und Gesundheit für die Arbeit mit den Schülern. Aber vor allem wünsche ich Spaß am Lehrerleben, denn nur dann kann man erfolgreich mit Schülern arbeiten.

Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrem verdienten Ruhestand?
Als Lehrer hat man immer das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben, nicht vollständig oder richtig erledigt zu haben. Jeder Lehrer kennt das Unruhegefühl am Wochenende, um am Montag wieder gut vorbereitet zu sein, den Druck, noch Arbeiten entwerfen und korrigieren zu müssen …
Ich freue mich, das alles hinter mir lassen und ein Leben ohne Uhr führen zu können, in dem 45 Minuten keine Rolle mehr spielen.
Ich werde mehr Zeit für meine Enkelkinder haben, viel Zeit für meine Hobbys verwenden und ich möchte noch viel von der Welt sehen.

Liebe Schüler,
leider konnte ich mich durch die Corona-Zeit nicht von allen Klassen, die ich in den letzten Jahren unterrichtet habe, verabschieden.
Ich wünsche euch alles Gute für die verbleibenden Jahre an unserer Schule. Habt viel Spaß, genießt eure Schulzeit, denn es ist eine schöne Zeit. Das bestätigen unsere Absolventen immer wieder. Und vor allem wünsche ich euch natürlich Lernerfolge, damit der Realisierung eures Traumberufes nichts im Wege steht. Haltet es wie Albert Einstein.
 
Viele Grüße
Sieglinde Kleiber
 

Wir wünschen Frau Kleiber und Frau Eckardt alles Gute für die Zukunft und bedanken uns herzlich für die geleistete Arbeit.